
Die Patina auf Bronze ist kein Makel, sondern die Signatur ihres Wertes und ihrer Geschichte.
- Eine authentische, gepflegte Patina steigert den materiellen und ästhetischen Wert eines Kunstobjekts, anstatt ihn zu mindern.
- Die richtige Pflege besteht nicht im Putzen, sondern in einer kontrollierten Konservierung, die den Charakter des Objekts bewahrt.
Empfehlung: Betrachten Sie die Alterung Ihrer Bronzeobjekte als einen kuratorischen Prozess, bei dem Sie die Oberfläche schützen und ihre einzigartige Geschichte für die Zukunft bewahren.
Viele Besitzer von Bronzeobjekten erleben einen Moment des Unbehagens, wenn der ursprüngliche Glanz einer Skulptur oder eines Designelements allmählich einer dunkleren, matten Oberfläche weicht. Der erste Impuls ist oft, zu Poliertuch und Reinigungsmittel zu greifen, um den vermeintlichen „Schmutz“ zu entfernen und den Neuzustand wiederherzustellen. Diese gängige Reaktion beruht jedoch auf einem fundamentalen Missverständnis dessen, was mit dem Metall geschieht. Man hört oft, die entstehende Schicht sei nur ein Zeichen des Alters oder beginnender Verfall.
Doch was, wenn diese Veränderung kein Verfall, sondern eine Veredelung ist? Was, wenn die Patina nicht nur eine Schutzschicht ist, sondern die eigentliche Seele und die Wert-Signatur des Objekts darstellt? Die wahre Kunst im Umgang mit Bronze liegt nicht darin, die Zeit zurückzudrehen, sondern darin, ihren Spuren mit Wissen und Respekt zu begegnen. Es geht um eine Form der kontrollierten Alterung, die den Charakter stärkt, anstatt ihn auszulöschen. Dieser wertschätzende Ansatz unterscheidet den Kenner vom Laien und den Investor vom reinen Konsumenten.
Dieser Artikel führt Sie durch die entscheidenden Aspekte der Bronze-Pflege aus der Perspektive eines Experten. Wir entschlüsseln, wie Sie echte Kunstgüsse erkennen, wie Sie Ihre wertvollen Stücke sicher präsentieren und schützen, und wie Sie durch die richtige Beleuchtung die faszinierende Tiefe der Patina zur Geltung bringen. Sie werden lernen, die edle Alterung von schädlicher Korrosion zu unterscheiden und warum dieses Wissen auch für andere wertvolle Materialien in Ihrem Zuhause relevant ist.
Inhaltsverzeichnis: Die Kunst der Bronze-Werterhaltung
- Gussstempel und Nummerierung: Woran erkennen Sie einen originalen Kunstguss?
- Hält Ihr schwebendes Wandboard 15kg Bronze aus oder droht der Absturz?
- Wachs oder Öl: Wie schützen Sie die Oberfläche, ohne den antiken Look zu zerstören?
- Wie beleuchten Sie dunkle Bronze, damit sie nicht wie ein schwarzes Loch wirkt?
- Was passiert mit Bronze im Garten und wie verhindern Sie Grünspan, wenn Sie ihn nicht wollen?
- Wann wird ein Kratzer im Holz zum Charaktermerkmal und wann ist es ein Schaden?
- Warum lohnt es sich, 500€ mehr für einen Beistelltisch mit Messing-Details auszugeben?
- Wie beleuchten Sie ein Ölgemälde, ohne dass die Farben in 5 Jahren verblassen?
Gussstempel und Nummerierung: Woran erkennen Sie einen originalen Kunstguss?
Die Identifizierung eines originalen Kunstgusses ist der erste Schritt zur Wertschätzung. Offensichtliche Merkmale wie der Giessereistempel, die Signatur des Künstlers und eine Limitierungsnummer (z.B. 5/10) sind entscheidende Indikatoren für die Authentizität und Provenienz eines Werkes. Diese Markierungen sind wie der Stammbaum des Objekts und verbinden es direkt mit seiner Entstehungsgeschichte. Doch für das geschulte Auge eines Experten oder Investors gibt es ein weiteres, subtileres Echtheitsmerkmal: die Qualität und Beschaffenheit der Patina selbst.
Eine künstlich und schnell erzeugte Patina wirkt oft uniform und leblos. Eine über Jahrzehnte natürlich gewachsene Patina hingegen erzählt eine Geschichte. Sie weist feine Nuancen, unterschiedliche Farbtiefen und einen sanften, matten Schimmer auf, der sich an den Stellen, die häufig berührt wurden, von exponierten Bereichen unterscheidet. Diese organische Entwicklung ist kaum perfekt zu fälschen und wird zur einzigartigen Wert-Signatur des Objekts. Wie Experten bestätigen, ist gerade diese subtile Erscheinung ein hochgeschätztes Qualitätsmerkmal. Ein Fachbericht zur Bronze-Restaurierung von Seilers Bildgiesserei hält dazu fest:
Besonders geschätzt sind zarte Patinierungen, bei denen das Metall noch durchschimmert. In den ersten Jahren nach der Fertigstellung dunkelt die Bronze nur etwas nach und wird matt, da die leicht anwachsende Oxidzwischenschicht das Metall abdeckt.
– Seilers Bildgiesserei, Fachbericht zur Bronze-Restaurierung
Das Wissen um diese Details ermöglicht es Ihnen, nicht nur den Stempel, sondern auch die Oberfläche selbst als Dokument der Echtheit zu lesen. Es ist die Fähigkeit, den Dialog zwischen Material und Zeit zu verstehen, die den wahren Wert eines Kunstwerks offenbart.
Hält Ihr schwebendes Wandboard 15kg Bronze aus oder droht der Absturz?
Ein wertvolles Bronzeobjekt zu besitzen bedeutet auch, die Verantwortung für seine sichere Präsentation zu übernehmen. Besonders bei der Montage schwerer Skulpturen an der Wand, beispielsweise auf einem schwebenden Regal, ist eine sorgfältige Planung unerlässlich. Eine 15 kg schwere Bronze übt eine erhebliche Hebelwirkung aus, die weit über ihr reines Gewicht hinausgeht. Die Frage ist also nicht nur, ob das Wandboard das Gewicht trägt, sondern ob die Verankerung in der Wand den kombinierten Kräften standhält.
Für schwere Objekte sind Standarddübel in Trockenbauwänden unzureichend. Hier sind Schwerlastdübel, Kippdübel oder, idealerweise, eine direkte Verschraubung in der Unterkonstruktion der Wand (z.B. Holzständer oder Mauerwerk) zwingend erforderlich. Ein professioneller Handwerker oder Statiker kann die Beschaffenheit Ihrer Wand beurteilen und die richtige Befestigungsmethode empfehlen. Eine unsachgemässe Montage gefährdet nicht nur das Kunstwerk – ein Sturz führt fast immer zu irreparablen Schäden –, sondern auch die Sicherheit von Personen im Raum.
Neben der reinen Traglast ist auch der richtige Abstand zu anderen Elementen wichtig. Eine an der Wand montierte Skulptur sollte genügend „Luft“ haben, um ihre volle ästhetische Wirkung zu entfalten und vor versehentlichen Stössen geschützt zu sein.

Wie die Abbildung zeigt, sorgt ein bewusster Abstand zu Fenstern oder Durchgängen nicht nur für visuelle Ruhe, sondern minimiert auch Risiken durch Zugluft oder unachtsame Bewegungen. Die Investition in eine fachgerechte Montage ist somit eine direkte Investition in den langfristigen Erhalt des Wertes Ihres Kunstobjekts.
Wachs oder Öl: Wie schützen Sie die Oberfläche, ohne den antiken Look zu zerstören?
Nachdem die physische Sicherheit Ihres Bronzeobjekts gewährleistet ist, rückt die Konservierung seiner Oberfläche in den Fokus. Hier stehen Sammler oft vor der Wahl zwischen traditionellen Methoden wie Ölen und modernen, in der Museumswelt etablierten Produkten. Das Ziel ist jedoch dasselbe: die wertvolle Patina zu schützen, ohne sie zu verfälschen oder zu versiegeln. Dies ist der Kern der „kontrollierten Alterung“. Die falsche Wahl kann die Oberfläche dauerhaft verändern und den Wert mindern.
Öle können die Patina zwar kurzfristig „anfeuern“ und dunkler erscheinen lassen, haben aber erhebliche Nachteile. Sie können ranzig werden, Staub binden und eine klebrige Schicht bilden. Zudem sind sie oft schwer oder gar nicht reversibel zu entfernen und können Säuren enthalten, die das Metall langfristig angreifen. Im Gegensatz dazu steht mikrokristallines Wachs, das als Goldstandard in der professionellen Restaurierung gilt. Ein prominentes Beispiel ist Renaissance Wax, dessen Entwicklung auf die Bedürfnisse der anspruchsvollsten Sammlungen der Welt zurückgeht.
Renaissance Wax wurde um 1950 in den Labors des Britischen Museums entwickelt. Die mikrokristalline Struktur ist bedeutend feiner als diejenige natürlicher Wachse und bietet dadurch einen sehr hohen Feuchtigkeitsschutz.
– Britisches Museum, Entwicklung des Renaissance Wax für Museumsstücke
Die Anwendung einer hauchdünnen Schicht dieses Wachses schützt die Bronze vor Fingerabdrücken, Feuchtigkeit und Schadstoffen aus der Luft, lässt die Patina aber gleichzeitig „atmen“. Sie versiegelt die Oberfläche nicht, sondern schafft eine harte, trockene und pH-neutrale Schutzbarriere. Der folgende Vergleich, basierend auf einer Analyse von Konservierungsmethoden, verdeutlicht die Überlegenheit von mikrokristallinem Wachs.
| Eigenschaft | Mikrokristallines Wachs | Öl |
|---|---|---|
| Reversibilität | Vollständig mit Testbenzin entfernbar | Schwer bis unmöglich zu entfernen |
| pH-Wert | pH-neutral, säurefrei | Kann Säuren enthalten |
| Schutzwirkung | Harte Barriere gegen Feuchtigkeit | Weichere Schutzschicht |
| Patinaerhaltung | Lässt Patina atmen und altern | Kann Patina versiegeln |
| Museumsstandard | Ja, seit 1950 | Nein |
Wie beleuchten Sie dunkle Bronze, damit sie nicht wie ein schwarzes Loch wirkt?
Eine exzellent gepflegte Bronze mit einer tiefen, nuancierten Patina kann in der falschen Beleuchtung ihre gesamte Wirkung verlieren. Insbesondere dunkle oder schwarz patinierte Skulpturen neigen dazu, Licht zu „schlucken“ und erscheinen dann als undefinierbare, schattenhafte Silhouette – ein schwarzes Loch im Raum. Die richtige Beleuchtung ist daher kein Nebenschauplatz, sondern ein aktiver Teil des „Patinierungs-Dialogs“. Sie enthüllt die subtilen Farbvariationen, die Textur der Oberfläche und die Form des Objekts, die sonst im Dunkeln verborgen blieben.
Der Schlüssel liegt im gezielten Einsatz von Streiflicht oder Akzentlicht. Statt einer frontalen, flachen Ausleuchtung, die alle Schatten eliminiert, wird das Licht von der Seite oder schräg von oben auf das Objekt gerichtet. Diese Technik modelliert die Form durch ein Spiel von Licht und Schatten und lässt die feinen Details der Patina – die Übergänge von Braun zu Schwarz, die Spuren von Grün oder Rot – lebendig werden. Die Skulptur erhält so ihre Dreidimensionalität und Tiefe zurück.

Neben der Lichtrichtung ist auch die Lichtqualität entscheidend. Ein hoher Farbwiedergabeindex (CRI > 90) sorgt dafür, dass die Farben der Patina naturgetreu wiedergegeben werden. Zudem ist die Farbtemperatur von Bedeutung. Für eine warme, wertige Anmutung empfehlen Restaurierungsexperten für warmes Licht eine Farbtemperatur von unter 3000 Kelvin. Kaltes, bläuliches Licht würde die Bronze steril und leblos wirken lassen. Ebenso wichtig ist ein UV-Filter, um die chemische Struktur der Patina vor schädlicher Strahlung zu schützen.
Was passiert mit Bronze im Garten und wie verhindern Sie Grünspan, wenn Sie ihn nicht wollen?
Bronze im Aussenbereich ist den Elementen direkt ausgesetzt: Regen, Luftfeuchtigkeit, Schadstoffe und organische Säuren aus Laub oder Vogelkot. Diese Umgebung beschleunigt die Oxidationsprozesse und führt zur Bildung einer Patina, die oft eine charakteristische grüne oder türkisblaue Färbung annimmt. Diese oft als „Edelrost“ bezeichnete Schicht ist in der Regel eine stabile, schützende Lage aus basischen Kupferverbindungen (z.B. Kupfersulfat oder -carbonat), die das darunterliegende Metall vor weiterer Korrosion schützt und von vielen Ästheten sehr geschätzt wird.
Allerdings ist nicht alles, was grün ist, auch gut. Es ist entscheidend, zwischen dieser erwünschten, stabilen Patina und dem schädlichen Grünspan zu unterscheiden. Dieser entsteht durch die Reaktion von Kupfer mit Essigsäure, wie sie etwa im sauren Regen vorkommen kann. Echter Grünspan (Kupferacetat) ist eine aggressive und pulvrige Substanz, die das Metall aktiv zerstört. Man spricht hier auch von der „Bronzekrankheit“. Ein Experte im Antiquitäten-Forum bringt es auf den Punkt:
Die zwei Gesichter von Grün: Bei der Patina von Bronzegegenständen handelt es sich zumeist um eine basische Kupferverbindung. Grünspan (Kupferacetat) entsteht aus der Reaktion von Kupfer mit Essigsäure, ist giftig und zerstört das Kupfer.
– Forum-Experte ‚kunsthyaene‘, Das Antiquitäten und Sammler Forum
Wenn Sie die Bildung von Grünspan verhindern oder die natürliche grüne Patinierung kontrollieren möchten, ist eine regelmässige und sanfte Pflege unerlässlich. Ziel ist es, aggressive Substanzen von der Oberfläche zu entfernen und eine schützende Barriere aufrechtzuerhalten, ohne die gewachsene Patina zu beschädigen.
Ihr Plan zur Prävention von Grünspan im Aussenbereich
- Monatlich: Reinigen Sie die Skulptur vorsichtig mit einem weichen Tuch und destilliertem Wasser, um saure Ablagerungen und Schmutz zu entfernen.
- Vierteljährlich: Führen Sie eine genaue Sichtkontrolle durch. Achten Sie auf pulvrige, hellgrüne Stellen, die auf aktive Korrosion (Bronzekrankheit) hindeuten könnten.
- Halbjährlich: Tragen Sie eine sehr dünne Schicht mikrokristallines Wachs (z.B. Renaissance Wax) auf die trockene und saubere Oberfläche auf, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen.
- Jährlich: Ziehen Sie bei sehr wertvollen Stücken eine professionelle Inspektion durch einen Restaurator in Betracht, um die Stabilität der Patina beurteilen zu lassen.
- Bei Bedarf: Überdenken Sie den Standort, wenn die Skulptur ständig saurem Regen, Baumharz oder Spritzwasser ausgesetzt ist. Manchmal ist ein geschützterer Platz die beste Prävention.
Wann wird ein Kratzer im Holz zum Charaktermerkmal und wann ist es ein Schaden?
Das Prinzip, dass Gebrauchsspuren Wert schaffen können, ist nicht auf Bronze beschränkt. Es lässt sich direkt auf andere edle, natürliche Materialien wie Holz übertragen. Auch hier stellt sich oft die Frage: Ist diese Kerbe, dieser Kratzer oder diese farbliche Veränderung ein zu reparierender Schaden oder ein authentisches Charaktermerkmal, das die Geschichte des Objekts erzählt? Die Antwort liegt, ähnlich wie bei der Bronze-Patina, in der Art und dem Kontext der Spur.
Ein tiefer, frischer Kratzer quer zur Maserung, verursacht durch Unachtsamkeit, wird fast immer als Schaden wahrgenommen. Er bricht die Harmonie der Oberfläche und wirkt wie eine Verletzung. Im Gegensatz dazu stehen Spuren, die durch langen, bestimmungsgemässen Gebrauch entstanden sind: die sanft abgerundeten Kanten eines alten Tisches, die glattpolierte Oberfläche einer Armlehne, wo unzählige Hände geruht haben, oder die leichten Dellen im Parkett unter einem schweren Sessel. Diese Spuren werden zu einer Form von Patina. Sie sind Zeugen eines gelebten Lebens und verleihen dem Möbelstück eine Seele und eine unverwechselbare Identität.
Diese „Alterswürde“ ist ein entscheidender Faktor auf dem Antiquitätenmarkt. Ein antikes Möbelstück mit einer authentischen, über Generationen gewachsenen Patina wird oft höher bewertet als ein perfekt restauriertes, aber „totes“ Stück, dem seine Geschichte genommen wurde. Es ist die sichtbare Zeit, die den Wert ausmacht. Diese Philosophie wird von Sammlern und Kennern geteilt:
Patina ist die Alterswürde des Gegenstands. Die Abnutzung an der Hand einer Bronzestatue durch jahrzehntelange Berührung ist ein Teil ihrer Seele und ihres Wertes.
– Abraham, Diskussion im Antiquitätenforum
Die Unterscheidung erfordert ein geschultes Auge: Wirkt die Spur organisch und als Teil der Geschichte des Objekts, oder ist sie ein abrupter, störender Eingriff? Die Antwort auf diese Frage entscheidet darüber, ob Sie zum Restaurator oder zum Bewahrer werden.
Warum lohnt es sich, 500€ mehr für einen Beistelltisch mit Messing-Details auszugeben?
Die Entscheidung für ein Möbelstück ist oft eine Abwägung zwischen Preis und Qualität. Besonders bei metallischen Details, etwa an einem Beistelltisch, scheint der Griff zu einer günstigeren verchromten oder lackierten Variante auf den ersten Blick verlockend. Warum also einen signifikanten Aufpreis für massive Messing-Details zahlen? Die Antwort liegt nicht im Erscheinungsbild am Kauftag, sondern in der Wertentwicklung über die Zeit – ein Konzept, das wir von der Bronze-Patina bereits kennen.
Messing, eine Kupfer-Zink-Legierung, teilt viele Eigenschaften mit Bronze. Es altert auf eine Weise, die als edel empfunden wird. Mit der Zeit entwickelt es eine warme, matte Patina, die dem Objekt Tiefe und Charakter verleiht. Diese kontrollierte Alterung ist ein Wertversprechen. Eine verchromte Oberfläche hingegen altert nicht – sie geht kaputt. Wenn die dünne Chromschicht durch einen Kratzer beschädigt wird oder abblättert, kommt ein unedles Trägermaterial zum Vorschein. Der Wert sinkt rapide, und eine Reparatur ist aufwendig und teuer.
Darüber hinaus spielt die haptische Intelligenz eine Rolle. Massives Messing fühlt sich warm, schwer und wertig an. Es vermittelt eine unbewusste Botschaft von Langlebigkeit und Substanz. Eine verchromte Oberfläche wirkt kühl und distanziert. Der Aufpreis von 500€ ist also keine Ausgabe für blosse Optik, sondern eine Investition in:
- Wertstabilität: Messing behält seinen Wert oder steigert ihn durch die Patina, während Chrom bei Beschädigung wertlos wird.
- Reparierbarkeit: Ein Kratzer in Messing kann poliert oder die Patina neu aufgebaut werden; ein Chromschaden erfordert eine komplette Neuverchromung.
- Ästhetische Langlebigkeit: Die Patina von Messing harmoniert perfekt mit anderen edlen Materialien wie Holz oder Bronze und passt sich über die Zeit an.
Die folgende Gegenüberstellung verdeutlicht die langfristigen Vorteile von Messing im Vergleich zu einer oberflächlichen Verchromung.
| Kriterium | Messing mit Patina | Verchromte Oberfläche |
|---|---|---|
| Alterungsprozess | Entwickelt wertvolle Patina | Abblättern möglich |
| Reparaturmöglichkeit | Polieren, neu patinieren möglich | Neuverchromen erforderlich |
| Wertstabilität | Steigend mit Alter | Sinkend bei Beschädigung |
| Haptik | Warm, authentisch | Kalt, industriell |
| Harmoniert mit Bronze | Perfekt (gleiche Patina-Familie) | Kontrastierend |
Das Wichtigste in Kürze
- Die Patina ist kein Schmutz, sondern eine schützende Wert-Signatur, die die Authentizität und Geschichte einer Bronze bezeugt.
- Unterscheiden Sie zwischen edler, stabiler Patina und aggressivem Grünspan (Bronzekrankheit), der das Metall zerstört.
- Verwenden Sie zur Konservierung mikrokristallines Wachs nach Museumsstandard anstelle von Ölen, um die Patina zu schützen, ohne sie zu versiegeln.
Wie beleuchten Sie ein Ölgemälde, ohne dass die Farben in 5 Jahren verblassen?
Die Kunst der richtigen Beleuchtung, die wir bei der Bronze-Skulptur zur Enthüllung ihrer Schönheit nutzen, verfolgt bei einem Ölgemälde ein fundamental anderes Ziel: die maximale Konservierung bei gleichzeitig guter Sichtbarkeit. Während Licht die dreidimensionale Form und Patina einer Bronze erst zum Leben erweckt, ist für die organischen Pigmente eines Gemäldes jede Lichtexposition ein potenziell schädlicher, Alterungsprozesse beschleunigender Faktor. Das Verblassen der Farben ist ein irreversibler Prozess, der durch Licht, insbesondere durch UV-Strahlung, verursacht wird.
Der oberste Grundsatz lautet daher: so wenig Licht wie nötig, so viel wie möglich geschützt. Die Beleuchtungsstärke, gemessen in Lux, sollte bei empfindlichen Ölgemälden maximal 150 Lux nicht überschreiten. Zum Vergleich: Ein heller Sonnentag kann über 100.000 Lux erreichen. Die Verwendung von LED-Strahlern mit einem hohen Farbwiedergabeindex (CRI > 95) und vor allem einem integrierten UV-Filter ist absolut essenziell. UV-Strahlung ist der unsichtbare, aber aggressivste Teil des Lichtspektrums, der die chemischen Bindungen in den Farbpigmenten aufbricht.
Der Hauptunterschied zur Bronzebeleuchtung liegt in der Zielsetzung: Bei Bronze wollen wir mit Licht modellieren und Texturen hervorheben (Streiflicht), bei einem Gemälde streben wir eine möglichst gleichmässige, schattenfreie Ausleuchtung an, um das Werk unverfälscht darzustellen. Hierfür eignen sich spezielle Wandfluter oder zwei im 30-Grad-Winkel positionierte Strahler, die Reflexionen auf der Firnisschicht minimieren. Während Licht also der beste Freund einer dunklen Bronze sein kann, um sie sichtbar zu machen, ist es für ein Ölgemälde ein notwendiger Feind, dessen Einfluss es mit allen technischen Mitteln zu minimieren gilt.
Betrachten Sie die Pflege Ihrer wertvollen Objekte nicht als lästige Pflicht, sondern als eine faszinierende kuratorische Aufgabe. Indem Sie die Sprache der Materialien verstehen und die Spuren der Zeit wertschätzen, bewahren und steigern Sie aktiv den Wert und die Seele Ihrer Sammlung für kommende Generationen.
Häufige Fragen zur Pflege und Beleuchtung von Kunstobjekten
Welche Lichtintensität ist für Bronze und Ölgemälde sicher?
Für beide Kunstformen gilt, dass UV-Filter essentiell sind. Bei empfindlichen Ölgemälden sollte eine Beleuchtungsstärke von maximal 150 Lux nicht überschritten werden, um das Verblassen der Farben zu minimieren. Bronze ist robuster und verträgt prinzipiell mehr Licht; hier dient die Beleuchtung eher der ästhetischen Inszenierung als der reinen Konservierung.
Kann UV-Licht Bronze-Patina beschädigen?
Ja, auch wenn Bronze weniger empfindlich ist als organische Materialien, kann langanhaltende und intensive UV-Strahlung die chemische Struktur der Patina verändern. Dies kann zu unerwünschten Farbveränderungen führen oder die Stabilität der schützenden Oxidschicht beeinträchtigen. Daher ist auch bei der Bronzebeleuchtung der Einsatz von Lichtquellen mit UV-Filter stets zu empfehlen.
Was ist der Unterschied zwischen Bronze- und Gemäldebeleuchtung?
Der grundlegende Unterschied liegt im Ziel. Bei Bronze wird Licht aktiv genutzt, um Form, Textur und die Nuancen der Patina durch Akzent- oder Streiflicht zu modellieren und den Wert visuell zu steigern. Bei Ölgemälden ist das Ziel die Konservierung: Das Licht soll das Werk so schonend und gleichmässig wie möglich sichtbar machen, wobei jede Exposition als potenziell schädlich betrachtet und minimiert wird.